Historie  der Cigarboxguitar

Zigarrenkistengitarren sind subversive Spaßmaschinen mit einer weit zurück reichenden Geschichte.

Schon um 1850 herum bauten sich vorwiegend arme Afro-Amerikaner aus einer kleinen Holzlatte, zwei-drei Drähten und einer leeren Zigarrenkiste eine solche Gitarre. Als Straßenmusiker verdienten sie sich so ein paar Pennies (siehe Bild unten).

Die Cigfiddle setzte sich jedenfallz durch und bis zum heutigen Tag gibt es Väter, die ihrem musikalisch veranlagten Kind lieber erst mal eine Zigarrenkistengitarre basteln, um nicht  gleich viel Geld für eine richtige Gitarre ausgeben.

Die Cigarboxguitars wurden so  zu einem Teil der Geschichte des Blues und Rock’n Roll.

Zum Beispiel einer der Freunde von Elvis, Carl Perkins, bekam seine erste Cigfiddle, als er sieben Jahre alt war. Das Instrument hatte ihm auch sein Vater aus einer Zigarrenkiste, einem Besenstiel und etwas Draht (!) gebaut.Einer der Songs, die Carlchen darauf komponierte, war „Blue suede shoes“, der aber erst 1955 durch Elvis’ Stimme ein Hit wurde.

Ob Louis Armstrong, B.B. King, Bo Diddley (gerade seine Zigarrenkistengitarre war berühmt!), Albert King, Ted Nugent, Buddy Guy, George Benson, Sleepy John Estes, Ted Nugent oder Jimi Hendrix, ja selbst Jonny Depp! – mehr Musiker als man denkt, fanden früh durch eine selbstgebaute Cigfiddle zur Musik. Interessant, dass Paule McCartney seit einigen Jahren nur noch mit seiner Kistengitarre zu sehen ist. Einer meiner Kunden, ein Blueser aus Bayreuth, meinte, seine Gitarre hätte was Suchterzeugendes. Ts ts.

In den USA existiert bis heute eine sehr lebendige Cigarboxguitar-Szene mit eigenen Radiostationen, Museen, Websites (siehe CIGARBOXGUITARWORLD oder Cigar Box Guitars), Bands, Festivals, Zeitschriften, Tonträgerveröffentlichungen, Internet-Bauanleitungen und vielem mehr.

Ergänzend ließe sich noch sagen, dass die Cigarboxguitar das tragende Instrument des Delta-Blues ist. Auf sehr emotionale und rauhe Art werden dabei mittels Bottleneck seiner Kistengitarre verzerrte, schreiend-weinerliche Klänge entlockt. (Muss man mögen.)

 

Alleine schon durch ihren Spielzeugcharakter, verleiten gerade diese Dreisaitigen zum Spielen im wahrsten und besten Sinne des Wortes. Ich habe ausgebuffte alte Gitarristen gesehen und gehört, die sich stundenlang mit so'm Ding der wunderbarsten Selbstvergessenheit hingeben konnten, in einer Spontanität, die sie mit einer richtigen Gitarre nur sehr selten erlebten.

 

Es ist leider häufig so, dass eine normale Gitarre dem Spielenden schon immer gleich auf ein gewisses Niveau festlegt. Greift einer zur Konzertgitarre, fängt er an, irgend einen anspruchsvollen Blödsinn zu zupfen; setzt sich einer eine Dobro auf den Schoß, versucht er so zu spielen, als hätte er farbige Wurzeln usw. usw.

 

Klanglich befindet sich eine Zigarrenkistengitarre, je nach Dicke des Holzes und der Qualität der Verarbeitung, irgendwo zwischen Mandoline, Zigarrenkiste und Banjo. So oder so hat jede einzelne einen total individuellen Sound, der durch eingebaute Passiv-Tonabnehmer über einen Verstärker nichts an Kraft und Brillanz vermissen lässt. Eine 6-saitige Sektkistengitarre erinnert mit ihrem rohen Klang eher an eine Resonanzgitarre und wird von Bluesgitarristen bevorzugt.

 

Ich selber gebe am liebsten mit meiner Lieblings-Dreisaitigen bis zu 2-stündige Konzerte. Dabei zelebriere ich in einer Orgie von wummerndem Rockgitarrensound alten Rock'n Roll, Velvet Underground und Glamrock. Allerdings nehme ich seit einiger Zeit auch eine selbstgebaute Stomp-Box zur Hilfe (der große Seasick Steve nennt seine immer zärtlich Mississippi-Drum-Machine). Dahinter steckt allerdings nicht mehr, als eine feste flache Zigarrenkiste, unter deren Deckel ein Piezo klebt und die an der Seite eine Klinken-Ausgangsbuchse hat. Wenn ich dann zu einem Lied sehr locker mit dem Fuß den Rhythmus darauf tapse, kommt aus der Verstärkeranlage ein schöner runder Bassdrum-Bumms.

 

Neulich im Stadtmuseum Santa Cruz de la Palma

Fotografiert von Holger Labahn

Martin Sancassani

 

Werkstatt-Adresse:

Grunthalplatz 13
19053 Schwerin

Mobil:

0 177 -  71 76 209

Festnetz:

0 385 - 593 68 82

 

martin.sancassani@gmx.de

Interessante Links

 

www.klangwert.com 

 

www.transmusic.eu

 

www.tobaccohousebrinkmann.de

 

www.isa-mv.de

 

www.beathouse-schwerin.de

 

www.r-drums.com

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Kistengitarren Sancassani

Diese Homepage wurde mit 1&1 IONOS MyWebsite erstellt.

Anrufen

E-Mail

Anfahrt