GUELLO - KISTENGITARREN                      

Seit über dreissig Jahren hab ich dieses Bild von John an der Wand. Ich fand diese Gitarre immer so seltsam.

 

Einfach mal so Rocken, ohne über Akkorde nachzudenken; und gänzlich unbefangen dabei zu sein, dafür sind meine Dreisaitigen gebaut. Verstärker an, Verzerrer hoch und ab durch die Mitte!

Ich hab ausgebuffte alte Gitarristen erlebt, die mit einer Dreisaitigen stundenlang rumdaddelten und soviel Spaß dabei hatten, als wären sie wieder siebzehn.

 

Aber nein: nimmt einer z.B. eine Stratocaster-E-Gitarre zur Hand, zwängt sie ihm doch gleich eine gewisse Spielweise auf. Oder legt sich jemand eine Konzertgitarre aufs Bein, fängt er an irgendwas Anspruchsvolles zu züpfeln. Am Schlimmsten isses bei einer Resonanzgitarre, dieser Dobro, da versucht dann jeder sofort so zu spielen als hätte er schwarze Wurzeln! Gott, wie stressig! Losing my identity!

Aber so eine Drei- oder Viersaitige hat was von Spielzeug (obwohl es eine richtige Gitarre mit korrekter Mensur ist). Und wenn sie mit einem Verstärker verkabelt ist und dieser ornlich laut und verzerrt eingestellt ist, lässt sich am Sound kaum noch erkennen, ob da eine Sechssaitige oder "nur" um eine meiner Dreisaitigen rumlärmt. Nur für den Spielenden gibts einen wirklichen Unterschied: Exstatisches Grooven, befreit von Fingerfertigkeit, Stil und Anspruchsdenken. Spielen im wahrsten Sinne des Wortes! Selbst gemeinsames Spiel mit kompletten Laien führt schon nach wenigen Augenblicken zu gemeinsamer Freude.

 

Und noch nie wurde ich von einem meiner Schüler gefragt, wann es denn endlich anfangen würde Spaß zu machen, weil sie schon innerhalb der ersten zehn Minuten mit mir zusammen das Ramones-Stück Blitzkrieg-Bop oder Surfing Bird knallen (in gehöriger Lautstärke, versteht sich). So erleben sie schon gleich zu Anfang, wie sie zeitlebens eine Tür nach draussen öffnen und Extase finden können.

 

Schon 2004 stieß ich im Internet auf Amerikanische Seiten über sog. Cigarboxguitars und war ziemlich enthusiasmiert. Ich schaute mir viele Bauweisen an, aber erst die Cigfiddles von Matt Baratto, einem amerikanischen Gitarrenbauer, der unglaublich schöne E-Gitarren- Spezialanfertigungen für Rockstars baut und auf seiner Internetseite auch seine Cigfiddles zeigt (angeblich nur sein Hobby), waren wirklich anspruchsvoll und schön.

Ich mailte ihm meine Komplimente und die damals für mich brennendste Frage: Wie befestige ich den Gitarrenhals in der Kiste? Er antwortete mir umgehend, liebenswürdig und sehr instruktiv.

Klar, am Fuß des Gitarrenhalses eine schmale Zunge in die Kiste ragen lassen und von innen mit zwei dreieckkigen Klötzen von linx und rechts verleimen!

(Auf diese Weise erhält man mehr Resonanzraum und einen besseren Klang, als wenn nur eine profane Hals-Latte durch die Kiste hindurch geht und unten rauskuckt, als ob die Saiten sonst nicht wissen, wo sie aufhören sollen. Diese faule Bauweise funktioniert auch irgendwie, aber schön ist was anderes.)

Bis zum heutigen Tag, bin ich Matt Baratto dankbar für seine liebenswürdige Offenheit. Ich bin voller Bewunderung für seine Arbeit. So habe ich pö a pö, gewissermaßen als kleine Verbeugungvon seinen Cigfiddles die Form des Kopfes übernommen (siehe unter Button Gitarre kaufen die Guello No. 41, 42).

 

Da ich als ehemaliger Raucher leidenschaftlich gerne auch Zigarren rauchte, hatten sich

bei mir im Laufe der Jahre Unmengen schöner Zigarrenkisten angesammelt; die Cubanischen, solche aus der Domenikanischen Republik, aus Sumatra, Honduras undundund, waren sorgsam auf Schränken gestapelt und nicht-wegwerfbar.

Aber so ist das ja oft, dass man Jahre später erst sieht, wozu etwas gut gewesen war. Ich konnte jedenfalls herrlich mit Gitarrenbau beginnen und bin heute noch darüber erstaunt, wie sich vieles in diesem Zusammenhang quasi wie von allein ergab. Ein guter Freund aus Hamburg schenkte mir massenweise Werkzeug und Maschinen die er nicht mehr brauchte.

  

Jörg Schwanz war ein bekannten Skulptur-Künstler und Edel-Möbel-Hersteller aus Rostock.

Er hatte damals in Schwerin eine Holzwerkstatt und ich werde ihm für seine Großzügigkeit ewig dankbar sein. Jörg half mir damals sehr, indem ich in seinen Holz-Restbeständen wühlen durfte; er sägte mir dann die passenden Stücke grob zurecht und ließ mich dann am Kantenschleifer die Hälse herausarbeiten. (Multiplex-Schichtholz ist ideal für Gitarrenhälse. Es läßt sich nicht verbiegen, wodurch eine Stahlstange im Hals überflüssig wird.)

Leider ist Jörg mindestens dreissig Jahre zu früh, im November 2013, verstorben. 

 

Und wo ich gerade schon bei Danksagungen bin, schicke ich auch eine ganz dicke an besagtes TOBACCOHOUSE BRINKMANN in Schwerin am Marienplatz, von wo ich kontinuierlich auf's Liebenswürdigste mit leeren Kisten versorgt werde.

In jeder Hinsicht ist dies ein großartiger Laden, mit einem gutsortierten Klimaraum,

einem hochspezialisierten Sortiment leckerster Zigarren, edelster Whisky-Sorten, Pfeifen, Tabake, Messer mit Sarazener Klingen, und, was bei alledem nicht ganz unwichtig ist: Mit fachkundigster und superfreundlicher Bedienung! (Und: Seit Dezember 2013 ist BRINKMANN auch mit seiner Wismarer Niiederlassung mein erster FREUFISCH-Dealer.)

 

 

Die Chronologie der gezeigten Zigarrenkisten-Modelle ist leider lückenhaft. Es liegt daran, dass die betreffenden Stücke, noch bevor ich sie fotografisch dokumentieren konnte, ganz eilig an den betreffenden Kunden verschickt, oder spontan von mir verschenkt wurden.

Martin Sancassani

 

Werkstatt-Adresse:

Grunthalplatz 13
19053 Schwerin

Mobil:

0 177 -  71 76 209

Festnetz:

0 385 - 593 68 82

 

martin.sancassani@gmx.de

Interessante Links

 

www.klangwert.com 

 

www.transmusic.eu

 

www.tobaccohousebrinkmann.de

 

www.isa-mv.de

 

www.beathouse-schwerin.de

 

www.r-drums.com

 

 

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